Sinnquelle Arbeit?

"Und was machst du so?"

Kaum ein Small-Talk, kaum eine Vorstellungsrunde in der diese Frage nicht auftaucht. "Was machst du so?" 

Wir leben in einer Wohlstandsgesellschaft, welche, um als solche bestehen zu können, darauf angewiesen ist, dass jede*r Einzelne seinen / ihren Beitrag dazu leistet. 

Allein deshalb, ist Arbeit und Leistung für unsere Gesellschaft von enormer Bedeutung. 

Wer sich nicht daran beteiligen kann oder will befindet sich sprichwörtlich am Rande der Gesellschaft. Gehört nicht dazu.

Aber Arbeit ist nicht nur Leistung und Erhalt einer Wohlstandsgesellschaft. 

Wir definieren uns über unsere Arbeit.

Was tun wir? Für wen? Warum? Was ist uns wichtig?

Wie kann Arbeit sinnstiftend sein?

Die ursprünglichen Werte vermittelnden Institutionen wie Kirche, Gemeinden, Nachbarschaften, Vereine oder Gewerkschaften haben mit der Entwicklung unserer Gesellschafft, dem technischen Fortschritt und der Globalisierung, ihre Rolle als Orientierungsgeber größtenteils eingebüßt. Die Grenzen zwischen Privatleben und Beruf verschwimmen zunehmend. Homeoffice, Flexibilität, ständige Erreichbarkeit und eine stetig wachsende Informationsflut verlangen von uns eine hohe Anpassungsbereitschaft. Der sogenannten Multioptionalen Welt, mit all ihren Freiheiten, steht ein hoher Orientierungsbedarf gegenüber. Und diese Orientierung suchen viele in der Arbeit. Und da wir die meiste Zeit unseres Lebens in der Arbeit verbringen ist unser Beruf auch ein bedeutender Teil unseres Daseins der uns nach außen hin definiert.

Wenn wir beruflich unsere Interessen vertreten können und unserer Fähigkeiten einbringen dürfen, dann fühlt es sich stimmig, sprich kohärent an.  

 

Studien zufolge ist den Beschäftigten das Gefühl etwas sinnvolles zu tun wichtiger als ein höheres Gehalt. (Fehlzeitenreport 2018) Vorausgesetzt meine Lebenssituation lässt den Wunsch nach einem solchen Beruf zu. Um nach der Bedeutsamkeit meiner Leistungen für die Gesellschaft fragen zu können muss meine Existenz und die meiner Angehörigen gesichert sein. 

Zu Arbeiten bedeutet durch meinen Einsatz Dinge zu schaffen oder an Projekten zu arbeiten, die für die Gesellschaft, für mich, für die Zukunft und so weiter von Belang sind. Bedeutsamkeit meiner Handlungen, Resonanz, sprich Rückmeldung, Anerkennung und Kritik, sind enorme Sinnquellen, die Potenzial und Freude an dem was ich tue freisetzen. Dabei ist es egal welchen Beruf wir ausüben.  

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Ebenso wichtig wie die Bedeutsamkeit des Handels für das Sinnerleben in der Arbeit, ist für mehr als 80% der befragten Arbeitnehmer (Fehlzeitenreport 2018) eine gute Unternehmenskultur. Ein gutes Verhältnis zu den Kolleginnen und Kollegen, feierliche Rituale, gemeinsame Pausen und vor allem das Ziehen an einem Strang schafft ein Gefühl von Zugehörigkeit und fördert eine feste Bindung an die Organisation. Hierbei kommt es vordergründig auch auf gute Führung an. Transparenz bei wichtigen Entscheidungen, Anerkennung und Wertschätzung der geleisteten Arbeit und der Blick auf die jeweiligen Fähigkeiten gehören zu den Kriterien die für gute Arbeit und somit Sinnerleben von Bedeutung sind.