Warum schürfen? 

Es sind diese kleinen Momente in unserem Leben, die einen Tag  gelungen machen. Wir nehmen sie oft nicht bewusst wahr, weil unser Alltag voll von anderem Wichtigem ist.

 

Wir nennen diese Momente Sinnpartikel. Sie sind nur schwer greifbar. Flirren manches Mal nur kurz auf um gleich wieder zu verschwinden. 

Es braucht unsere Aufmerksamkeit, eine gewisse Anstrengung und Eigeninitiative um sich dieser Partikel bewusst zu werden.

Haben wir sie aber erkannt, dann erscheint uns das  was wir tun, warum wir etwas tun und wer wir sind stimmig. Es passt.

Die ursprüngliche Bedeutung des Wortes Sinn stammt von dem indogermanischen Wort "sent" ab  und heißt soviel wie  "eine Fährte suchen, sich auf den Weg machen". 

Sinn ist also nichts fest bestehendes. Er ist dynamisch. Veränderbar. Sinn ist subjektiv. Jede*r von uns spricht ganz persönlich Dingen und Ereignissen Bedeutung zu.

Georgi Schischkoff, Mathematiker und Philosoph, weist in seinem philosophischen Wörterbuch auf diese Subjektivität der Sinnbedeutung hin. Sinn gehöre nicht zum Wesen einer Sache. Er entstehe aus der Bedeutung, die eine Person einer Sache, einem Ereignis oder einer Handlung zumesse. Was für mich sinnvoll erscheint, kann für jemand anderen völlig bedeutungslos sein.

 

Ich muss mich also selbst auf den Weg machen. Ich muss eigenen Entscheidungen treffen, eigene Ziele und Anliegen formulieren. Ich muss mich mit mir auseinandersetzen, mit dem was ich will und wer ich bin. Und das kann durchaus auch richtig anstrengend sein.

 

Wer suchet - der findet?

So einfach ist es dann leider doch nicht. Im Vergleich zu den Generationen vor uns, haben wir extrem viele Möglichkeiten, Freiheiten und Optionen wie wir unser Leben, unsere Berufe unsere Ziele, ja sogar unseren eigenen Glauben gestalten. Waren früher die christlichen Kirchen per se Sinn und Orientierungsgeber, so liegt es heute an jedem einzelnen selbst zu schauen in welchen System wir uns bewegen wollen. Wir müssen uns ständig neu verorten, Entscheidungen treffen und uns mit unterschiedlichsten Optionen auseinander setzen. Orientierung und Zugehörigkeit, wichtige Kriterien für unser Sinnerleben, sind in unserer heutigen Gesellschaft eine Sache der persönlichen Wahl. Und die Auswahl ist groß. Die Sinnforscherin Prof. Dr. Tatjana Schnell spricht in ihrem Buch "Psychologie des Lebenssinns" von einer Multioptionskrise. 

Gleichzeitig ist die Bedeutsamkeit unserer eigenen Handlungen weniger spürbar. Unser Einfluss auf die zunehmend globalisierte Gesellschaft und ihre rasante Entwicklung scheint geringer den je.

Die Frage nach dem Sinn macht folglich vor allem Arbeit. Aber der Lohn für diese Sinnarbeit ist Orientierung. Und kaum etrwas lässt uns entspannter sein, als das Wissen wohin es mit uns geht.

"Sinn stiftet, was über die persönliche Existenz hinausweist"

(Viktor Frankl)

Viktor Frankl, ein österreichischer Psychologe, Neurologe und Begründer der Logotherapie beschreibt das Streben des Menschen nach Bedeutsamkeit als einen, im Wesen des Menschen angelegten  "unbedingten Willen zum Sinn". 

Wir Menschen wollen, dass unsere Handlungen, unser Engagement eine Bedeutung haben, die über uns selbst hinausweist. Dass es nicht umsonst ist was wir tun. Das es für jemand anderen Wichtig ist.  Das kann die Gründung einer Familie sein, Erziehung, ein Ehrenamt, ein Handwerk oder ein Projekt, welches in die Gesellschaft und Zukunft hinaus wirkt. 

Sinnerfüllung

"

Wann erleben wir unser Leben als Sinnvoll? 

Die Bewertung des eigenen Lebens als sinnhaft zeigt sich in der Kohärenz, der Bedeutsamkeit, der Orientierung und in der Zugehörigkeit zu einer Gruppe.

Kohärenz beschreibt die Stimmigkeit, die Passung zwischen den unterschiedlichen Lebensbereich. Idealerweise sollen sich die Bereiche in denen wir agieren ergänzen und aufeinander aufbauen. Sein wer man wirklich ist, privat und in der Öffentlichkeit. 

Bedeutsamkeit ist die Wirksamkeit des eigenen Handelns und die Resonanz dessen. Unsere Handlungen sollen nicht umsonst gewesen sein. Idealerweise bekommen wir eine Rückmeldung, Kritik oder dürfen das Ergebnis erleben.

Orientierung bedeutet die ungefähre Ausrichtung unseres Lebens. Berufsvorstellungen, persönliche, politische Einstellungen, Ziele usw. Diese Ausrichtung bleibt auch in unübersichtlichen Situationen des Lebens bestehen und erleichtert das Fällen von Entscheidungen.

Die Zugehörigkeit ist für den Menschen, als soziales Wesen eine extrem wichtige Größe. Sie steht für die Selbstwahrnehmung des eigenen Ichs als Teil eines Größeren Ganzen. Dies kann die Familie, Freunde, Arbeitskollegen, Religionen, Gruppen von ähnlich denkenden Menschen, Nationen uvm sein. Die Erfahrung dazu zu gehören, das Gebrauchtwerden und Verantwortung für andere zu übernehmen aber auch umgekehrt gesehen zu werden wirkt Isolation und Entfremdung entgegen. 

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Karolina Tomanek

kath. Betriebsseelsorge Ostwuerttemberg

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